Ziele des Vereins lebendig altern

Wie wollen wir im Alter leben?
Diese Frage haben sich bereits viele Menschen im Vor-Rentenalter oder kurz nach der Erreichung der Altersgrenze gestellt. Menschen, die sich noch fit und tatkräftig fühlen und den "dritten Lebensabschnitt" rechtzeitig gestalten wollen. Wie man nicht leben will, "aufbewahrt" und mangelhaft versorgt, vor allem aber einsam, haben viele bei den eigenen Eltern, Nachbarn oder durch die Berufstätigkeit erfahren.
 

 

Was sind die Alternativen, wie lässt sich ein anderes Modell denken und was braucht es dafür? Diese Fragen haben sich die Mitglieder des Vereins "lebendig altern" e.v. gestellt, mit anderen diskutiert und die Grundidee in verschiedene Konzepte eingebracht. Das "Altenkollektiv lebendig altern" im Möckernkiez  ist so ein Konzept, das ab Sommer 2018 realisiert werden soll.

Die Idee:

 

Wir sind eine Gruppe von älteren Menschen, die im Alter nicht ins Altenheim wollen. Deshalb kümmern wir uns rechtzeitig um eine urbane Wohn- und Lebenssituation, die uns Raum gibt für selbstbestimmtes Altern, für eventuell notwendige Pflege und sogar für einen Tod, der zu unserem Leben passt.
Wir brauchen dafür weniger privaten Wohnraum - doch dieser Wohnraum soll bereits jetzt für ein Leben mit Pflege und Behinderung passen.
Gleichzeitig wünschen wir uns einen gemeinsamen Wohnraum, den wir mit Gleichgesinnten unter einem Dach teilen wollen und einen öffentlichen Raum, in dem jeder Bewohner seine Erfahrungen und Interessen weiter leben und anderen Kiezbewohnern anbieten kann.
Wir suchen nach Konzepten, die diesen Wohn- und Lebensraum preiswert machen. Wir suchen nicht mehr nach mehr Eigentum, sondern wollen dazu beitragen, dass Wohnraum der Spekulation entzogen wird. Wir suchen nach Konzepten, die gleichzeitig auch Modellcharakter für Gleichgesinnte in anderen Städten haben.

und konkret:

 

Unser Altenkollektiv ist ein Gegenentwurf zum Alten- und Pflegeheim, wie viele es sich vorstellen oder kennen. Es ist Heimat für eine bunte Mischung alter Menschen, die sich die letzte Wohnadresse in ihrem Leben suchen. Die Bewohner wissen von der Endlichkeit des Lebens und wollen die verbleibende Zeit so bunt wie möglich gestalten.

Die Lebendigkeit des Altenkollektivs wird geprägt von den Ideen und der Kreativität seiner Bewohner, die auch im Alter noch ihre Weisheit an andere vermitteln wollen. Sie ist auch geprägt von der Bereitschaft, Krankheit, Leid und den Tod als Teil dieser Lebendigkeit zu erfahren. Es ist schwierig zu (er)tragen, wenn der Partner schwer erkrankt und pflegebedürftig wird. Vielen Menschen fällt es zudem schwer, anderen Menschen zur Last zu fallen. Diese Belastung wird im Altenkollektiv auf mehrere Schultern verteilt. Pflegerische Aufgaben werden da, wo es nötig ist, einem professionellen ambulanten Dienst übertragen. Die Qualität dieser Arbeit wird gemeinschaftlich kontrolliert.
Der Hauptzweck des Altenkollektivs ist es, gemeinschaftliches Leben und Wohnen zu ermöglichen. Das Kollektiv kann auch Raum bieten für gemeinnützige Aktivitäten. Zusammen mit dem Möckernkiez Verein wären vorstellbar: Fort- und Weiterbildungsangebote in den Fachgebieten der Bewohner, Cafébetrieb, Kunstausstellungen, Werkstattgespräche und vieles mehr. 
Wie werden wir im Möckernkiez wohnen?
  • eine kleine Fläche für das Individuelle, mehr Flächen für das Gemeinsame. Das Individuelle soll dabei flexibel sein, damit Fläche und Mietlast halbiert werden können, wenn ein Partner verwitwet.
Wir denken an
  • etwa 7 Menschen, die aktiv und auch in die Gesellschaft wirkend in einem solchen Modell zusammen leben. Und zwar bis zum hoffentlich nicht bitteren, aber trotzdem unausweichlichen Ende.